Die SETG (Salzburger Eisenbahn-Transport-Gesellschaft) fährt den ersten Güterzug nach der Instandsetzung der Strecke zur Firma Rettenmeier-Wilburgstetten

Demnächst noch mehr Güterzüge - Werk Wilburgstetten wird derzeit erweitert

mit Bildern© von Hans-Peter Krupp und von mir. 

Vielen Dank an Hans-Peter Krupp

Am Samstag, 2. Mai 2020, brachte die diesel-elektrische Lok ER20-03 den Leerzug mit Containerwaggons der Bauart Sgns nach Wilburgstetten.

Kleine Erläuterung zur Anschrift an den Waggons:

Waggondaten 02.05.2020 WilbD-ERR = EuropeanRailRent GmbH, deutsches Unternehmen Vermietung von Eisenbahn-Güterwaggons         

Sgns= Drehgestell-Containertragwagen

S= HG beladen 100 km/h, unbeladen 120 km/h

Gesamtlänge üb. Puffer 19,64 m

 

 

Eisenbahnstrecken sind in Streckenklassen A, B, C, D eingeteilt. Die Strecke von Nördlingen nach Wilburgstetten fällt in Klasse C

Bei Streckenklasse A darf ein Gewicht pro Wagenachse von 16 t nicht überschritten werden. bei Streckenklasse B sind dies je Wagenachse 18 t, bei Streckenklasse C sind dies 22,5 t.

d.h. zulässiges Gesamtgewicht dieses Waggons bei  Streckenklasse 

A= 45,0 t, bei B= 53,0 t, bei C= 63,0 t und bei D= 71,0 t.

 

 

Die Waggons hatten deshalb in beladenem Zustand ein Gewicht von je 59 t.  Wegen Begrenzungen der Streckengeschwindigkeit zwischen Wilburgstetten und Nördlingen, durfte die Hg von 100 km/h in beladenem Zustand selbstverständlich nicht gefahren werden.

Diese Tragwagen können aber auch für andere Containerbauarten verwendet werden. Für den Hackschnitzeltransport der Firma Rettenmeier waren die Waggons mit je drei Containern bestückt.

Die ER20-03 mit dem Leerzug zwischen Wilburgstetten und dem Anschluss Rettenmeier am Abend des 2. Mai 2020

Wilburgstetten 02.05.2020

 

            

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der südlichen Ausfahrt der Firma Rettenmeier befindet sich seit dem Bau der Umfahrungsstrecke im Dezember 2006 eine Schutzweiche. Diese Weiche soll verhindern, dass Eisenbahnwaggons,  welche sich im Rettenmeier-Werk eventuell selbständig machen, ins Streckengleis Richtung Wilburgstetten gelangen und einen Unfall verursachen. Deshalb steht die Weiche grundsätzlich auf Abzweig in Richtung Prellbock.

Das folgende Bild zeigt das Personal des Güterzugs beim Aufschließen und Stellen der Weiche für die Einfahrt des Zugs.

Wilburgstetten 02.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfahrt ins Werksgelände

Wilburgstetten 02.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Werksgelände musste der Zug noch am späten Abend verschoben werden, damit die Lok über das Umfahrungsgleis umsetzen konnte.

Am Samstag gelang Hans-Peter Krupp diese stimmungsvolle Aufnahme in den Abendstunden

Wilburgstetten 02.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Nacht und am Sonntagvormittag wurde der Zug beladen, damit er am Sonntagnachmittag das Werk verlassen konnte.

 

 

Am Sonntag, 3. Mai 2020, verlässt um 14.30 Uhr die ER20-03 mit dem beladenen Zug das Werksgelände und zieht ihn bis ins Bahnhofsgelände Wilburgstetten. Dort wird der Zug geteilt.

Wilburgstetten 03.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfahrt auf Gleis 2 in Wilburgstetten. Da die Weiche zum Ladegleis auf Höhe des Güterschuppens noch nicht repariert wurde, war die Fahrt durch das Ausweichgleis notwendig geworden.

 

Wilburgstetten 03.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Bahnhof Wilburgstetten wurde der hintere Zugteil abgehängt. 

Auf 27 Waggons waren 81 Container. Während der eine Zugteil 1.092 t wog, brachte es  der andere Zugteil auf 1014 t. Die Hackschnitzel hatten ein Eigengewicht von 1400 t "Wieviel LKW-Fahrten wurden dadurch gespart?"

 

Wilburgstetten 03.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um den Bahnübergang zur Neuölmühle nicht länger zu blockieren, zog die Lok den vorderen Zugteil so weit vor, dass der BÜ für den Straßenverkehr und die zahlreichen Zuschauer wieder frei wurde. Nun hatte der Rangierleiter Gelegenheit seine Wagenliste zu schreiben und das Mindestbemshundertstel zu berechen. 

 

Wilburgstetten 03.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurze Erläuterung:  Der Rangierleiter muss das Gewicht der Waggons aufschreiben, die Bremskraft der einzelnen Wagen notieren und dann das Verhältnis daraus berechnen. Nachdem wie hoch das sog. Mindestbremshundertstel ist, muss der Lokführer die Geschwindigkeit auf der Strecke anpassen, da ein schwerer Zug einen längeren Bremsweg hat. Damit kann der Lokführer den gleichen Bremsweg einhalten wie ein leichterer Zug mit höherer Geschwindigkeit, wenn er sich einer Gefahrenstelle (Bahnübergang etc.) nähert und eine Bremsung durchführen muss.

 

 

Südlich von Fremdingen fotografierte Hans-Peter Krupp den vorderen Zugteil auf der Fahrt nach Nördlingen.

bei Fremdingen 03.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ankunft des ersten Zugteils in Nördlingen. Im Hintergrund Fahrzeuge der BayernBahn und des Bayerischen Eisenbahnmuseums.

Nördlingen 03.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegen 17.40 Uhr kam die ER20-03 als Lz aus Nördlingen zurück, um den zweiten Zugteil abzuholen. Hier bei der Einfahrt in den Bhf. Wilburgstetten.

Wilburgstetten 03.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reges Interesse herrschte bei der Wilburgstettener Bevölkerung, auch mit der Hoffnung, dass nach dieser ersten Güterzugfahrt auch bald ein planmäßiger Reisezugverkehr stattfindet.

Wilburgstetten 03.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Durchführung der Bremsprobe verlässt die ER20-03 auch mit dem zweiten Zugteil am 3. Mai 2020 gegen 18 Uhr den Bahnhof Wilburgstetten über Nördlingen und Donauwörth nach Stendal.

Wilburgstetten 03.05.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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